Das Geläute des Berner Münsters darf zu den bedeutendsten Glockenbeständen weltweit gezählt werden. Die Kirchgemeinde ist sich dieses Erbes bewusst. Seit mehreren Jahren ist man bemüht, den Bestand mit bestmöglichen Massnahmen langfristig zu sichern. Im neuesten Schritt wurden 2024 die veralteten Elektroinstallationen ersetzt. So erhielten die Glocken unter anderem neue Motoren, aber auch die ganzen Verkabelungen, Steuerungen und Umverteilungen wurden ersetzt. Dies erforderte eine Neuintonation des Geläutes. Die Läutewinkel und das Schwungverhalten der Glocken wurden optimal eingestellt, Überprüfungen und Anpassungen der Klöppelaufhängungen wurden ebenfalls vorgenommen. So wurde das Klangbild des Geläutes, bei dem es bereits vorher nur wenig zu beanstanden gab, nochmals verbessert. Das Geläute wirkt transparenter, runder und feierlicher. Besonders bemerkbar macht sich der leicht erhöhte Läutewinkel der grossen Glocke, die das Geläute nun geradezu majestätisch fundiert und auch regelmässiger läutet als vorher. Etwas vorlaut wirkt einzig die kleinste Glocke, die Silberglocke aus dem 14. Jh., deren historischer Klöppel keinen optimalen Anschlagspunkt zulässt. Die Arbeiten standen unter der fachkundigen Leitung des Glockenexperten Matthias Walter und des Sigristen Felix Geber und wurden von der Firma Muff, Triengen, ausgeführt.
Robin Marti, Glockenforscher