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Röm.-kath. Pfarrkirche St. Stefan | Sempach LU

    Die Pfarrkirche von Sempach birgt in ihrem Turm insgesamt acht Glocken. Sechs davon bilden das heutige Geläute, welches in a° c’ d’ e’ g’ a’ ertönt. Davon sind die grösste und die beiden kleinen 1966/1967 von Emil Eschmann in Rickenbach TG gegossen worden, die zweitgrösste stammt von Jakob Keller II. aus Zürich-Unterstrass von 1882, die beiden übrigen sind Werke aus dem 17. Jh., wovon eine des kaum bekannten Giessers Martin Keiser eine besondere Rarität darstellt und die andere von Lothringer Wandergiessern geschaffen wurde.
    2023 erfuhr das bis dahin mit konventionellen Eschmann-Klöppeln ausgestattete Ensemble eine Sanierung. Das Geläute war zwar in seiner Lautstärke durchaus erträglich, doch wirkte es ziemlich scharf und obertönig. Der Wunsch der Kirchgemeinde war es, die Lautstärke zu reduzieren. Die Firma Muff ersetzte unter Mitarbeit von Glockenexperte Matthias Walter die Klöppel aller Glocken durch neuartige Scheibenklöppel, die von der Firma unter dem Namen «Ankerklöppel» schon verschiedentlich eingebaut wurden. Durch die Klöppelform wird die Anschlagsintensität deutlich verringert, was zu einem schöneren und vor allem leiseren Klang führt. Tatsächlich war das Geläute nach dem Austausch kaum mehr wiederzuerkennen: Es wirkt nun weich und sanft, geradezu lieblich. Das Ziel der Lautstärkensenkung der Kirchgemeinde wurde definitiv erreicht, auch wenn das Geläute nun selbst in der Nähe der Kirche etwas zurückhaltend wirkt und kaum gegen die Verkehrsgeräusche aus dem Städtchen ankommt.

    Robin Marti, Glockenforscher